<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Unterwegs...</title>
	<atom:link href="https://www.tbyland.ch/?feed=rss2" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.tbyland.ch</link>
	<description>eduCoaching mit Theo Byland, lic. phil.</description>
	<lastBuildDate>Sun, 02 Feb 2020 10:59:56 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.6.1</generator>
		<item>
		<title>Richard David Precht zur &#8220;Zukunft der Bildung&#8221; (2016)</title>
		<link>https://www.tbyland.ch/?p=1006&#038;utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=richard-david-precht-zur-zukunft-der-bildung-2016</link>
		<comments>https://www.tbyland.ch/?p=1006#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 28 May 2019 15:35:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theo Byland</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.tbyland.ch/?p=1006</guid>
		<description><![CDATA[Auch im Mai 2019 noch bedenkenswert. Umso mehr, als sich sozusagen nichts getan hat in Richtung von Prechts Vision.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Auch im Mai 2019 noch bedenkenswert. Umso mehr, als sich sozusagen nichts getan hat in Richtung von Prechts Vision.</p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/cfRD-tHafxg" height="315" width="560" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://www.tbyland.ch/?feed=rss2&#038;p=1006</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Chaos und Geröll</title>
		<link>https://www.tbyland.ch/?p=991&#038;utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=chaos-und-geroell</link>
		<comments>https://www.tbyland.ch/?p=991#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Jan 2018 17:17:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theo Byland</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.tbyland.ch/?p=991</guid>
		<description><![CDATA[Gymnasiallehrer B sitzt am grossen Tisch im Lehrerstützpunkt und wartet auf seinen Einsatz. Er möchte heute Dienstag von 10.15-11..50 Uhr im Zimmer 201 mit der Klasse 4G die Einführung in Brechts Lyrik wagen. Wie jeden Dienstag weiss er: Der Unterrichtsraum &#8230; <a href="https://www.tbyland.ch/?p=991">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Georgia, serif;">Gymnasiallehrer B sitzt am grossen Tisch im Lehrerstützpunkt und wartet auf seinen Einsatz. Er möchte heute Dienstag von 10.15-11..50 Uhr im Zimmer 201 mit der Klasse 4G die Einführung in Brechts Lyrik wagen. Wie jeden Dienstag weiss er: Der Unterrichtsraum ist bis 10.00 Uhr belegt vom Englisch-Kollegen. Dieser bevorzugt die mittlerweile klassisch gewordene U-Form für die Bestuhlung, B jedoch will das Zimmer so einrichten, dass die taube Schülerin R. alle Klassenkolleginnen und -kollegen sehen kann, wenn sie sprechen. Das bedeutet jeweils, dass sich die Anordnung der Tische in einem Dreiviertelkreis aufdrängt. Für die heutige Einführung steht eine Doppellektion zur Verfügung, also hat B für den ersten Teil ein Atelier vorbereitet mit sechs Stationen (passend zur Anzahl Studierender in der Klasse); die Materialien dafür möchte er auf den beiden langen Tischen entlang der Fensterfronten auslegen, was in der Regel bedeutet, Wörterbücher zu verräumen, vergessene Handschuhe zu bergen, leere Mineralwasserfläschchen, zurückgelassene Papiertaschentücher und zerknüllten Kaugummipäckchen zu entsorgen. Vielleicht würde auch das Lüften zu den Vorbereitungsarbeiten gehören, da der Kollege seine nächste Stunde in einem Nebengebäude abzuhalten hat und mehr oder weniger fluchtartig das 201 zu verlassen pflegt.Und anzunehmen ist auch, dass die Wandtafel gereinigt werden muss; die dafür verantwortlichen Schüler sind bekanntlich Weltmeister im Vergessen dieser Pflicht. </span></p>
<p><span style="font-family: Georgia, serif;">Erst nach diesen Vorarbeiten und der Umgestaltung der Tischordnung wird B die Infrastruktur seines eigenen Unterrichtsvorhabens einrichten können: die sechs Stationen aufbauen, den mitgebrachten Laptop anschliessen und mit dem Beamer aufstarten, probeweise ein paar Folien projizieren und ein paar Worte wechseln mit den ersten Studierenden, die bereits ins Zimmer kommen. Die Zeit reicht gerade noch, um den Ablauf der Lektion an die Tafel zu schreiben (schon wieder wird die Kreide knapp …). </span></p>
<p><span style="font-family: Georgia, serif;">Dies alles geht B durch den Kopf, und wie jeden Dienstag ärgert er sich auch jetzt darüber, dass er kein eigenes Zimmer zur Verfügung hat. Natürlich kennt er die Raumnot, die auch an seiner Schule herrscht, zudem „muss der Kanton sparen“ (wie der zuständige Regierungsrat an der alljährlichen Budgetdebatte zu verlauten pflegt, obwohl in den letzten Jahren immer ein Überschuss resultierte am Ende des Jahres). Indes wäre es schön, von den räumlichen Vorteilen der naturwissenschaftlichen Fächer profitieren zu können, die zumindest über passend eingerichtete Fachzimmer verfügen können. B verflucht manchmal auch seine ziemlich ausgeklügelten didaktischen Lehr-Lern-Arrangements; sein wesentlichstes Anliegen ist es, den Schülerinnen und Schülern sie interessierende inhaltliche Angebote und didaktisch attraktive Vorschläge zu machen. Das hat unter anderem zur Folge, dass Aufbau und Einrichtung der jeweiligen Lernlandschaft sich meistens sehr aufwendig gestalten. Und Unterrichten bedeutet letztlich, der insgesamt zunehmenden Entropie eine mit viel Energieaufwand verbundene „didaktische Ordnung“ entgegen zu setzen.</span></p>
<p><span style="font-family: Georgia, serif;">B ist gestern Abend im neuen Buch von Beate Rössler, </span><i>Autonomie</i><span style="font-family: Georgia, serif;"> auf ein Zitat von Iris Murdoch gestossen, das ihn wie elektrisiert hat und ihn seither nicht mehr loslässt: „Die Botschaft lautet: Alles ist zufällig. Es gibt keine tiefen Fundamente. Unser Leben stützt sich auf Chaos und Geröll und alles, was wir versuchen können, ist gut zu sein.“ Natürlich kennt er die grossen Meister des Zufalls: Sartre und Dürrenmatt. Dieses Zitat jedoch ist anders; es wirkt auf ihn vor allem wegen des Ausdrucks „Chaos und Geröll“. Gibt es ein besseres Bild für den fragilen Untergrund, auf dem (auch) die kunstvoll gebauten didaktischen Konstruktionen für Sinn ergeben sollende Unterrichtseinheiten ruhen? Wie sehr hängt gelingender Unterricht nur schon vom zeitlichen und räumlichen Kontext ab (Stundenplanposition! Kellerzimmer!), vom Funktionieren der Gerätschaften und der Medien, von der Anordnung der Tische und Stühle, von der Gestimmtheit der Lehrperson und der Klasse, der Temperatur und der Luftqualität im Zimmer, der Schulordnung und den Klassenregeln, den Postern und Bildern an den Wänden (das Periodensystem der chemischen Elemente hat B als Schüler stets eher eingeschüchtert als inspiriert und der über Monate und Jahre am immer gleichen Ort hängende </span><i>Sämann</i><span style="font-family: Georgia, serif;"> von VanGogh hat ihn irgendwann derart abgestossen, dass er diese Abneigung auf das Fach übertragen hat, welches im Zimmer mit dem </span><i>Sämann</i><span style="font-family: Georgia, serif;"> erteilt wurde).</span></p>
<p>„<span style="font-family: Georgia, serif;">Chaos und Geröll.“</span></p>
<p><span style="font-family: Georgia, serif;">Der Gong ertönt. Es ist 10 Uhr.</span></p>
<p>„<span style="font-family: Georgia, serif;">Versuchen, gut zu sein.“</span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://www.tbyland.ch/?feed=rss2&#038;p=991</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Vom schöpferischen didaktischen Sprung</title>
		<link>https://www.tbyland.ch/?p=984&#038;utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=vom-schoepferischen-didaktischen-sprung</link>
		<comments>https://www.tbyland.ch/?p=984#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 27 Apr 2017 08:09:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theo Byland</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.tbyland.ch/?p=984</guid>
		<description><![CDATA[Heute Morgen treffe ich mich mit einem Freund im Café. Wir reden ausführlich über ein Thema, das uns seit genau 20 Jahren beschäftigt: Die Didaktik im Allgemeinen und die Didaktik des ICT-Einsatzes im Gymnasialen Unterricht im Besonderen (siehe dazu auch unser &#8230; <a href="https://www.tbyland.ch/?p=984">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Heute Morgen treffe ich mich mit einem Freund im Café. Wir reden ausführlich über ein Thema, das uns seit genau 20 Jahren beschäftigt: Die Didaktik im Allgemeinen und die Didaktik des ICT-Einsatzes im Gymnasialen Unterricht im Besonderen (siehe dazu auch <a href="https://beat.doebe.li/bibliothek/b01043.html">unser Buch</a> ). Im Verlauf dieses Gespräches kristallisieren sich bei mir folgende Thesen und Fragen heraus (vermutlich nach dem Motto: Wie kann ich wissen, was ich denke, wenn ich nicht höre, was ich sage?):</p>
<ul>
<li>
<div>Der Übergang vom konventionellen Unterricht zu Projekt orientiertem, selbst gesteuertem Unterricht ist kein Übergang für die Lehrpersonen, sondern ein Sprung (analog dem von 0 auf 1).</div>
</li>
<li>
<div>Es gibt Lehrpersonen, die diesen Sprung wagen – andere wagen ihn nicht:</div>
<div>- Welches sind die Gründe für die einen und für die anderen: Ist es eine Sache des Lehrer-Typs? Der beruflichen Motivation? Der Infrastruktur der Schule? Des kollegialen Umfelds?</div>
<div>- Gibt es Bedingungen (innere, äussere), welche diesem Sprung förderlich sein könn(t)en?</div>
</li>
<li>
<div>Seit zwanzig Jahren werden Weiterbildungskurse zur Technik und zur Didaktik des ICT-Einsatzes durchgeführt; Hunderte von Lehrpersonen haben sie durchlaufen: Waren (sind) diese Kurse nachhaltig? Gibt es Untersuchungen über die Wirksamkeit und die Nachhaltigkeit solcher Weiterbildungen?</div>
</li>
</ul>
<div>Verena Kast hat 1987 ein <a href="https://www.amazon.de/sch%C3%B6pferische-Sprung-Verena-Kast/dp/3423350091">Buch</a> vorgelegt mit dem Titel: <i>Der schöpferische Sprung.</i> Um einen solchen Sprung dürfte es meiner Ansicht nach gehen, wenn eine Lehrperson ihre Didaktik <i>wesentlich</i> umstellt (also nicht nur mit Gruppenarbeitsphasen ergänzt oder gelegentliche Gesprächssequenzen im Kreis einführt). Dieser Sprung wurde zwar in der Fachliteratur inzwischen vielfach beschrieben, häufig in Form eines Anforderungskatalogs dessen, was Lehrpersonen, die „modern“ unterrichten wollen, drauf haben müssen an methodischem und technischem Wissen (eine aktuelle Illustration liefert auch Beat Döbeli Honegger in seinem <a href="https://beat.doebe.li/talks/imst17/index.html">Referat</a> <i>mit – über – trotz</i> vom 17. 3. 2017 – siehe untenstehende Folien). Dieser Sprung scheint indes für manche Lehrpersonen (zu) schwierig zu sein – aus Mangel an Mut? Wegen fehlendem Interesse an didaktisch Neuem („bis jetzt hat ja alles gut funktioniert!“)? Aus Angst vor so etwas Diffusem wie Kontrollverlust?</div>
<div>Wer bereit ist, die inneren Bilder von sich als Lehrer*in und von den Schüler*innen zu verändern, wer vertieft(er) über die bisherige persönliche Interpretation des Berufsauftrages nachdenkt, der fasst sich vielleicht erst recht ein Herz und wagt den schöpferischen Sprung ins (vorerst) kalte Wasser einer anderen Didaktik?!</div>
<div>Aber was genau braucht es, damit dieser Sprung gewagt wird?</div>
<div></div>
<div></div>
<div></div>
<div><a style="color: #ff4b33;" href="https://1.bp.blogspot.com/-iVWNADmtRrc/WP9tdznjcOI/AAAAAAAABgA/tIXdKMUTeXk1RaqKqiULmv68jLtDxjY_ACLcB/s1600/Doebeli1.JPG"><img class="aligncenter" alt="" src="https://1.bp.blogspot.com/-iVWNADmtRrc/WP9tdznjcOI/AAAAAAAABgA/tIXdKMUTeXk1RaqKqiULmv68jLtDxjY_ACLcB/s200/Doebeli1.JPG" width="200" height="148" border="0" /></a>                                                                         <a style="color: #ff4b33;" href="https://3.bp.blogspot.com/-cgwUxYpnsa0/WP9tiBi6tcI/AAAAAAAABgE/-zF6yhwysrwmFFU9iTMRE74XTZw1A9zugCLcB/s1600/Doebeli2.JPG"><img class="aligncenter" alt="" src="https://3.bp.blogspot.com/-cgwUxYpnsa0/WP9tiBi6tcI/AAAAAAAABgE/-zF6yhwysrwmFFU9iTMRE74XTZw1A9zugCLcB/s200/Doebeli2.JPG" width="200" height="148" border="0" /></a></div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://www.tbyland.ch/?feed=rss2&#038;p=984</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Widerspenstigen Zähmung</title>
		<link>https://www.tbyland.ch/?p=975&#038;utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=der-widerspenstigen-zaehmung</link>
		<comments>https://www.tbyland.ch/?p=975#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 17 Dec 2016 19:10:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theo Byland</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.tbyland.ch/?p=975</guid>
		<description><![CDATA[Bei der Visionierung des beeindruckenden Dokumentarfilms „Lehrkraft im Vorbereitungsdienst“ ist mir aufgefallen, wie viel Energie die drei im Film gezeigten Referendare aufbringen, mit wie viel methodischen Tricks sie arbeiten müssen, um in ihren Klassen überhaupt nur einen point de départ herzustellen, von &#8230; <a href="https://www.tbyland.ch/?p=975">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div data-blogger-escaped-style="margin-bottom: 0cm;">
<p><span style="font-family: georgia, 'times new roman', serif;" data-blogger-escaped-style="font-family: Georgia, Times New Roman, serif;">Bei der Visionierung des beeindruckenden <a href="http://www.ndr.de/kultur/film/Lehrer-einer-der-wichtigsten-Berufe-ueberhaupt,lehrkraefte100.html">Dokumentarfilms</a> „Lehrkraft im Vorbereitungsdienst“ ist mir aufgefallen, wie viel Energie die drei im Film gezeigten Referendare aufbringen, mit wie viel methodischen Tricks sie arbeiten müssen, um in ihren Klassen überhaupt nur einen point de départ herzustellen, von dem aus eine Unterrichtssequenz sinnvoll gestartet werden kann. Es dauert jeweils – für den Laien vermutlich unerhört – lange, bis Ruhe einkehrt und die Lerngruppe einigermassen konzentriert „da“ ist.</span></p>
</div>
<div data-blogger-escaped-style="margin-bottom: 0cm;">
<p><span style="font-family: georgia, 'times new roman', serif;" data-blogger-escaped-style="font-family: Georgia, Times New Roman, serif;">Das ist nicht nur in diesem Filmdokument zu sehen, das lässt sich auch bei jedem Schulbesuch, an welcher Schulstufe auch immer, erleben. Galt früher vielleicht zumindest noch der aus der Quantenphysik bekannte <a href="http://www.christina-syndikus.de/der-beobachter-beeinflusst-die-realitaet/">Satz</a>: Der Beobachter beeinflusst das Experiment, dauert die Unruhe in einer Klasse heute auch bei der Anwesenheit eines von den Schülerinnen und Schülern deutlich wahrgenommenen Unterrichtsbesuchers unvermindert an (im Film schien die Anwesenheit der zuschauenden Referendare nichts an der „normalen“ Situation zu verändern).</span></p>
</div>
<div data-blogger-escaped-style="margin-bottom: 0cm;">
<p><span style="font-family: georgia, 'times new roman', serif;" data-blogger-escaped-style="font-family: Georgia, Times New Roman, serif;">Woher rührt diese nur schwer (also unter Zuhilfenahme „didaktischer Klimmzüge“, wie einer meiner Kollegen einst bemerkt hat) zu bändigende Unruhe? Ist sie das Resultat des Zusammenstosses von „Natur“ und „Kultur“, des Umstandes also, dass sich „die Widerspenstige“ nur ungern „zähmen“ lässt (in Anlehnung an einen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Widerspenstigen_Z%C3%A4hmung">Titel</a> Shakespeares)? Wehrt sich das Individuum Schüler*in instinktiv gegen die Einbindung in ein System? Will sich Regelloses auflehnen gegen die Einschliessung ins Regelhafte? Bäumt sich das ursprüngliche Wilde des Kindes gegen die Künstlichkeit unterrichtlicher Organisation auf? Das Eigene gegen das Entfremdende?</span></p>
</div>
<div data-blogger-escaped-style="margin-bottom: 0cm;">
<p><span style="font-family: georgia, 'times new roman', serif;" data-blogger-escaped-style="font-family: Georgia, Times New Roman, serif;">Adorno hat in seinem Vortrag mit dem Titel „Tabus über dem Lehrerberuf“ am 21. Mai 1965 </span><span style="font-family: georgia, 'times new roman', serif;" data-blogger-escaped-style="font-family: Georgia, &quot;Times New Roman&quot;, serif;">–</span><span style="font-family: georgia, 'times new roman', serif;" data-blogger-escaped-style="font-family: Georgia, &quot;Times New Roman&quot;, serif;"> leider etwas umständlich </span><span style="font-family: georgia, 'times new roman', serif;" data-blogger-escaped-style="font-family: Georgia, &quot;Times New Roman&quot;, serif;">–</span><span style="font-family: georgia, 'times new roman', serif;" data-blogger-escaped-style="font-family: Georgia, &quot;Times New Roman&quot;, serif;"> Folgendes gesagt:</span></p>
</div>
<blockquote data-blogger-escaped-style="margin-bottom: 0cm;"><p><span style="font-family: georgia, 'times new roman', serif;" data-blogger-escaped-style="font-family: Georgia, Times New Roman, serif;">„<i>Das Problem der immanenten Unwahrheit der Pädagogik ist wohl, dass die Sache, die man betreibt, auf die Rezipierenden zugeschnitten wird, keine rein sachliche Arbeit um der Sache willen ist. Diese wird vielmehr pädagogisiert. Dadurch allein schon dürften die Kinder unbewusst sich betrogen fühlen. Nicht bloss geben die Lehrer rezeptiv etwas bereits Etabliertes wieder, sondern ihre Mittlerfunktion als solche, wie alle Zirkulationstätigkeiten vorweg gesellschaftlich ein wenig suspekt, zieht etwas von allgemeiner Abneigung auf sich. Max Scheler sagte einmal, er habe pädagogisch nur deshalb gewirkt, weil er niemals seine Studenten pädagogisch behandelt habe.“</i></span></p></blockquote>
<div data-blogger-escaped-style="margin-bottom: 0cm;">
<p><span style="font-family: georgia, 'times new roman', serif;" data-blogger-escaped-style="font-family: Georgia, Times New Roman, serif;">Kinder und Jugendliche wollen also nicht geschult werden, weil das, womit sie sich – gezwungenermassen, nach wie vor! – auseinandersetzen sollten, „pädagogisch“ (heute würde man eher „didaktisch“ sagen) vorbehandelt wurde. „Herunter brechen“ nennen einige solche Massnahmen. Das Phänomen, um das es gehen soll, wird in verdaubare Dosen aufgespalten – wie der Holzprügel zu Feuerholz. Vielleicht „brennen“ die Schüler*innen deshalb so selten? Vielleicht sind die Klassen unruhig, weil sie im Grunde beleidigt sind, wie wenig man ihnen zutraut, wie oft man ihnen fertig geteerte Wege durch den Lernpark anbietet, statt sie Elefantenpfade auskundschaften zu lassen? Wie sagt der eine Referendar an der Schlussprüfung? „Projektarbeit in der Physik ist unmöglich!“</span></p>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://www.tbyland.ch/?feed=rss2&#038;p=975</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Anfang einer Schulstunde</title>
		<link>https://www.tbyland.ch/?p=967&#038;utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=anfang-einer-schulstunde</link>
		<comments>https://www.tbyland.ch/?p=967#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 28 Oct 2016 14:16:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theo Byland</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.tbyland.ch/?p=967</guid>
		<description><![CDATA[Stellen wir uns vor: Es ist fünf Minuten vor Unterrichtsbeginn an einem durchschnittlichen Schultag eines Gymnasiums. Die Zimmertür steht offen, auf dem Gang herrscht das übliche Treiben während einer Pause, die Lehrperson hingegen sitzt bereits an ihrem Tisch im Schulzimmer &#8230; <a href="https://www.tbyland.ch/?p=967">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Georgia, serif;">Stellen wir uns vor: </span></p>
<p><span style="font-family: Georgia, serif;">Es ist fünf Minuten vor Unterrichtsbeginn an einem durchschnittlichen Schultag eines Gymnasiums. Die Zimmertür steht offen, auf dem Gang herrscht das übliche Treiben während einer Pause, die Lehrperson hingegen sitzt bereits an ihrem Tisch im Schulzimmer und ordnet ihre Unterlagen für die kommende Stunde, überprüft die Verbindung vom Laptop auf den Beamer und ärgert sich, als sie sich kurz umdreht, dass die Wandtafel schon wieder nicht gereinigt wurde. Also steht sie auf und wischt die Tafel sauber; es klingelt. Mit dem Schwamm noch in der Hand, schaut die Lehrperson – nennen wir sie M – den gemächlich ins Zimmer strömenden Schülern zu. Es interessiert sie, <i>wie</i> die Einzelnen hereinkommen, worüber sie sich unterhalten, wie lange es geht, bis sich alle an ihre Plätze gesetzt haben. Dann legt M den Schwamm in die an der Kreideleiste befestigte Schale, wendet sich der Klasse zu und wartet. Es ist ein lächelndes, aufmunterndes Warten. Es wird still, M und Klasse schauen sich an -</span></p>
<p><span style="font-family: Georgia, serif;">Ein magischer Moment.</span></p>
<p><span style="font-family: Georgia, serif;">Pathetisch gesagt, erinnert er an die Genesis. An den Moment, woraus alles entsteht. Besser: Entstehen kann. Schlechter: Entstehen soll. Analog zu Genesis 1,3 wird das, was von jetzt an abläuft, durch Sprache ausgelöst: M – vermutlich wird die erste „öffentliche“ Äusserung von der Lehrperson kommen – sagt etwas: zu allen, zu einer oder einem, aber M sagt etwas. Beinahe alle Schulstunden beginnen mit einer Äusserung der Lehrperson; erst mit ihr beginnt die Unterrichtszeit zu laufen. (Vermutlich deshalb versuchen die Studierenden oft, diesen Moment hinauszuzögern mit allerhand Getue und Geschwatze.) Dieser erste Satz hat es in sich, buchstäblich – aus ihm heraus entwickeln sich alle weiteren Sätze. Wie bedacht wird er wohl gesetzt?</span></p>
<p><span style="font-family: Georgia, serif;">Dieser Augenblick ist auch ein Augenblick des Übergangs, des Übergangs von einer Unordnung in eine Ordnung, von einer Ungerichtetheit in etwas auf ein Ziel hin Gerichtetes, von einem alltäglichen Geschehen in ein Unterrichtsgeschehen. Er ist zugleich der Augenblick der Bündelung: verstreute individuelle Aufmerksamkeiten werden eingesammelt und zu einer gesammelten Aufmerksamkeit zusammengelegt. Ähnlich dem, was ein Laser mit den Lichtstrahlen macht. Ein faszinierender Prozess!</span></p>
<p><span style="font-family: Georgia, serif;">Der Unterricht beginnt.</span></p>
<p><span style="font-family: Georgia, serif;">In den allermeisten Fällen wird die inzwischen gesammelte Aufmerksamkeit aller Anwesenden von M sogleich auf etwas gelenkt, das von den Personen und ihren Befindlichkeiten wegführt: auf ein Lektionsziel, auf den Stundenablauf, auf einen Punkt in der Semesterplanung. Oder es erfolgen Anordnungen bzw. organisatorische Hinweise zu dem, was in der eben begonnenen Lektion der Fall sein soll. Ein solches Ablenken leuchtet auf den ersten Blick sofort ein; wo käme man hin, würden an diesem Übergang Fragen stehen wie: Wie geht es Ihnen, X? Sie sehen besorgt aus, Y; ist etwas Ungutes passiert? Sie alle scheinen aufgebracht zu sein; möchten Sie etwas loswerden? Oder gar: Sie sehen fast schon glücklich aus, Frau/Herr M; freuen Sie sich auf </span><i>uns</i><span style="font-family: Georgia, serif;">? Auf den zweiten Blick jedoch kann man sich fragen, wieso es fast immer sehr schnell um etwas anderes geht, als um die Menschen im Raum, wieso höchst selten zum Beispiel die Frage nach den momentanen Bedürfnissen der in einem Unterrichtsraum um einen Lerngegenstand Versammelten in Bezug auf diesen Gegenstand gestellt wird. Oder: Wie oft haben Sie als Lehrerin, als Lehrer Ihre Studierenden zu Beginn einer Lektion schon gefragt: Mit welchen Erwartungen sind Sie heute ins Zimmer gekommen? Was haben Sie sich vorgenommen für die heutige Lektion? Welch Frage haben Sie momentan?</span></p>
<p><span style="font-family: Georgia, serif;">Ja: Weshalb kommt man in der Regel so schnell „zur Sache“? Weil man Angst davor hat, jemanden – und sei es „nur“ als Träger*in einer Rolle – blosszustellen? Weil man das Schul-Spiel mit seinen Regeln nicht stören möchte? Weil solche Umwege Zeit brauchen, die man nicht aufwenden will?</span></p>
<p><span style="font-family: Georgia, serif;">Wo findet die viel beschworene Persönlichkeitsbildung statt? </span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://www.tbyland.ch/?feed=rss2&#038;p=967</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Lauf der Dinge</title>
		<link>https://www.tbyland.ch/?p=964&#038;utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=der-lauf-der-dinge</link>
		<comments>https://www.tbyland.ch/?p=964#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 24 Oct 2016 17:10:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theo Byland</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.tbyland.ch/?p=964</guid>
		<description><![CDATA[Und dann legt sich alles: der Hype um die Digitalisierung der Bildungsräume, die Aufregung um die passende Hinführung zum selbst organisierten Lernen, die Ratlosigkeit betreffend die Finanzierung der dafür notwendigen Infrastrukturen und Weiterbildungskosten. Ruhe kehrt ein, die Schülerinnen und Schüler &#8230; <a href="https://www.tbyland.ch/?p=964">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Georgia, serif;">Und dann legt sich alles: der Hype um die Digitalisierung der Bildungsräume, die Aufregung um die passende Hinführung zum selbst organisierten Lernen, die Ratlosigkeit betreffend die Finanzierung der dafür notwendigen Infrastrukturen und Weiterbildungskosten. Ruhe kehrt ein, die Schülerinnen und Schüler gehen weiterhin zur Schule, die Lehrpersonen tragen weiterhin Verantwortung für dies und das, die Eltern besuchen weiterhin Elternsprechstunden. Alles geht seinen gewohnten Gang, auch wenn die Lehrpläne neu formuliert, Gutachten pro und contra dies und das eingeholt wurden und Expertinnen und Experten sich zu diesem und jenem haben vernehmen lassen. Es wird still ums Lernen, ums Konzipieren von zukunftsweisenden Konzepten zur Erlangung der für das Bestehen des künftigen Berufsalltags erforderlichen Kompetenzen, ums Für und Wider von Kulturzugangsgeräten in den Unterrichtsräumen der Schulhäuser.</span></p>
<p><span style="font-family: Georgia, serif;">Und dann ist es mit einem Mal ganz still und man selber ganz ruhig – und leise legen sich feine Fragen in den sanften Wind der Bäume, unter denen man sitzt: Fragen zur Bedeutsamkeit von Konzepten, zur Heftigkeit von Bildungsdiskussionen, zur Lautstärke in Expertengremien. Und man sitzt da, still und ruhig geworden, lauscht eine Zeit lang dem Wind, den Fragen, schaut den fallenden Blättern nach – und irgendwann steht man auf und geht zurück an die Arbeit.</span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://www.tbyland.ch/?feed=rss2&#038;p=964</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mehr Intervisionsgruppen für Lehrpersonen!</title>
		<link>https://www.tbyland.ch/?p=961&#038;utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=mehr-intervisionsgruppen-fuer-lehrpersonen</link>
		<comments>https://www.tbyland.ch/?p=961#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Jul 2016 12:56:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theo Byland</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.tbyland.ch/?p=961</guid>
		<description><![CDATA[Ein Abendessen mit einem ehemaligen Lehrerkollegen, im Ruhestand, und seiner Partnerin, noch amtierende Gymnasiallehrerin. Das Gespräch kommt, natürlich, auf die Schule. Die Kollegin ärgert sich über den zunehmenden Administrationskram, den Aufruf der Schulleitung zur Mitarbeit in Arbeitsgruppen, die Beurteilungsformulare zur &#8230; <a href="https://www.tbyland.ch/?p=961">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Abendessen mit einem ehemaligen Lehrerkollegen, im Ruhestand, und seiner Partnerin, noch amtierende Gymnasiallehrerin. Das Gespräch kommt, natürlich, auf die Schule. Die Kollegin ärgert sich über den zunehmenden Administrationskram, den Aufruf der Schulleitung zur Mitarbeit in Arbeitsgruppen, die Beurteilungsformulare zur Unterrichtsqualität, die sinnlosen Konferenzen, die aufwendige Gestaltung der Abiturprüfungen, die Mentoratsberichte über die Berufseinsteigenden, den Unterricht in ihren 10 (!) Klassen [sie erteilt ein 2-WochenLektionen-Fach]. Als meine Frau sie fragt, ob sie die Namen aller Studierenden kennen würde, kommt ein glattes „Nein!“. Wir erfahren auch, dass sie die Beurteilungskriterien für Prüfungsarbeiten immer erst nach geschriebenem Test festlegt – und dass sie es „nicht so habe“ mit ICT im Unterricht.</p>
<p>Schon früher habe ich zu solchen Nöten von Kolleginnen und Kollegen <a href="https://byland-educoaching.blogspot.ch/2014/12/und-trotzdem-bin-ich-im-minus.html">gebloggt</a>. Ich verstehe sie, die Nöte und die Kolleg*innen, die sie äussern. Ich kann auch nachvollziehen, dass sie deshalb als gewagteste Unterrichtsmethode die Gruppenarbeit einsetzen, im Allgemeinen aber frontal bleiben. Auch bei diesem Essen kommen die altbekannten Bedenken zum Vorschein, dass die Studierenden, würde man sie mit dem Internet resp. mit Laptop oder Tablet oder Smartphone &#8211; und erst noch per SOL &#8211; arbeiten lassen, sogleich in unkontrollierte Gewässer hinaus surfen würden. Auch das kann ich aus ihrer Perspektive nachvollziehen. Trotzdem verstärkt sich bei mir die Überzeugung, dass sich landauf landab in methodisch-didaktischen Belangen deshalb so selten wirklich etwas ändert, weil viele Lehrpersonen zwar brav an entsprechenden Weiterbildungsanlässen teilnehmen, zu vielem nicken, was sich in unterrichtlicher Hinsicht ändern sollte, im Tiefstinneren jedoch nichts verändern <i>wollen - </i>u. a. aus Angst vor Kontrollverlust und mangelndem Vertrauen in sich und in ihre Studierenden. Und deshalb Argumente wie Zeitnot, Überlastung, Bürokratie u. Ä. in Anschlag bringen.</p>
<p>Im Grunde müsste es viel mehr <b>Intervisionsgruppen </b>von Lehrpersonen geben, wo man sich mit dem „Lay of the Land“ (Titel eines Romans von Richard Ford) auseinandersetzen könnte. Wo man sich im kollegialen Austausch fragen könnte, wie es um das „didaktische Herz“ bestellt ist, wie viel Volumen die „Unterrichts-Lungen“ noch haben, wie gut Berufs-Leber und -Niere die schulischen Giftstoffe verarbeiten und die beruflichen Energien regulieren. Wo man herausfinden könnte, aus welchen Stimmen das „innere Team“ sich zusammensetzt, um ihnen dann einmal genau zuzuhören, was sie zu den im Bildungsraum stehenden didaktischen Veränderungen sagen, wer eher auf die Bremse tritt, wer eher fürs Gasgeben plädiert.</p>
<p>Eine der seltensten Fragen, die ich in meiner 40-jährigen Gymnasiallehrergeschichte gehört habe, lautet: „Wie geht es dir (als Lehrer)?“ Immerhin hatte ich das Glück, an vier schulinternen und vom Staat, später von uns Teilnehmenden bezahlten Intervisionsgruppen mitmachen zu können: ein echter Gewinn!</p>
<p>Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn jede Schule Gelegenheit und Zeit böte, dass sich die an ihr tätigen Lehrermenschen vertieft(er) der Frage widmen könnten: „Wie geht es mir eigentlich hier mit dem, was ich tue oder meine tun zu müssen?“</p>
<p>PS: Eine der Goldenen Regeln im Tennis lautet: Wer nicht ganz hinter dem Ball ist, bringt nur einen faulen Schlag zuwege.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://www.tbyland.ch/?feed=rss2&#038;p=961</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Welche Schule brauchen wir?</title>
		<link>https://www.tbyland.ch/?p=948&#038;utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=welche-schule-brauchen-wir</link>
		<comments>https://www.tbyland.ch/?p=948#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2015 16:15:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theo Byland</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.tbyland.ch/?p=948</guid>
		<description><![CDATA[Eine dieser Fragen aller Fragen hat man über das Gespräch von Barbara Bleisch mit Roland Reichenbach, Ordinarius für Pädagogik an der Universität Zürich, gestellt. Dieses Gespräch möchte ich sehr empfehlen, denn Reichenbach sagt darin Kluges und zT fast schon Wuchtiges &#8230; <a href="https://www.tbyland.ch/?p=948">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Georgia, serif;"><span style="font-size: medium;">Eine dieser Fragen aller Fragen hat man über das Gespräch von Barbara Bleisch mit Roland Reichenbach, Ordinarius für Pädagogik an der Universität Zürich, gestellt. Dieses Gespräch möchte ich sehr empfehlen, denn Reichenbach sagt darin Kluges und zT fast schon Wuchtiges wie:</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Georgia, serif;"><span style="font-size: medium;">- &#8220;Es gibt im Bildungsbereich viel Innovation ohne wirklichen Fortschritt.&#8221; </span></span></span><br />
<span style="color: #000000;"><span style="font-family: Georgia, serif;"><span style="font-size: medium;">- &#8220;Man kann persönliche Bedeutsamkeit durch die Schule nicht herstellen.&#8221; </span></span></span><br />
<span style="color: #000000;"><span style="font-family: Georgia, serif;"><span style="font-size: medium;">- &#8220;Die schlimme Sache ist, vor dem Lernen wissen zu wollen, was es bringt.&#8221; </span></span></span><br />
<span style="color: #000000;"><span style="font-family: Georgia, serif;"><span style="font-size: medium;">PISA: &#8220;Das ist eigentlich normative Empirie. So kann man nichts aussagen über Leistung.&#8221; </span></span></span><br />
<span style="color: #000000;"><span style="font-family: Georgia, serif;"><span style="font-size: medium;">- &#8220;Bildung heisst: Wir beschäftigen uns mit etwas, und dadurch werden wir andere Personen.&#8221;</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Georgia, serif;"><span style="font-size: medium;">Und er nennt vier Kriterien für gute Lehrpersonen:</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Georgia, serif;"><span style="font-size: medium;">Die LP muss wichtig finden, was sie tut. </span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Georgia, serif;"><span style="font-size: medium;">Sie muss diese Haltung vertreten: Ich will, dass du das lernst! Du kannst das! Denn ich helfe dir dabei!</span></span></span></p>
<p><iframe src='http://tp.srgssr.ch/p/srf/embed?urn=urn:srf:ais:video:997a8397-a8da-41dc-a364-77df1d63156c' width='524' height='295' frameborder='0' name='Roland Reichenbach - Welche Schule brauchen wir?'></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://www.tbyland.ch/?feed=rss2&#038;p=948</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wegwerfen</title>
		<link>https://www.tbyland.ch/?p=942&#038;utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=wegwerfen</link>
		<comments>https://www.tbyland.ch/?p=942#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2015 12:06:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theo Byland</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.tbyland.ch/?p=942</guid>
		<description><![CDATA[Bald werden wir umziehen. Also durchforste ich all meine Regale und prüfe die gesammelten Papiere, was davon ich in die Papiersammlung geben kann. Bekanntlich ist das nicht immer einfach, denn jedes Ding hat eine Geschichte, steht respektive liegt nicht zufällig &#8230; <a href="https://www.tbyland.ch/?p=942">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Bald werden wir umziehen.<br />
<span style="font-family: Georgia, 'Times New Roman', serif;">Also durchforste ich all meine Regale und prüfe die gesammelten Papiere, was davon ich in die Papiersammlung geben kann. Bekanntlich ist das nicht immer einfach, denn jedes Ding hat eine Geschichte, steht respektive liegt nicht zufällig da und will, falls ich mich denn durchringen kann dazu, es wegzugeben, entsprechend gewürdigt werden.</span></p>
<p><span style="font-family: Georgia, 'Times New Roman', serif;">Die Bibliothek lasse ich mal so, wie sie ist – es kostet mich immer noch zu viel, sie zu reduzieren.</span></p>
<p><span style="font-family: Georgia, 'Times New Roman', serif;">Für die restlichen Ordner mit Unterlagen für Unterricht und Weiterbildungskurse, welche die Wegwerforgie anlässlich meines Rücktritts an Gymnasium und Universität aus unerfindlichen Gründen überlebt haben, gilt das nicht. Also gehe ich einen nach dem anderen durch, entferne Büroklammern, ziehe Blätter aus den Plastic-Hüllen, lege Folien auf einen gesonderten Stapel; der Papierberg wächst.</span><br />
<span style="font-family: Georgia, 'Times New Roman', serif;">Aber:</span><br />
<span style="font-family: Georgia, 'Times New Roman', serif;">Was für eine Fülle von didaktischen Geschichten! Von Wiederbegegnungen mit Schülerinnen, Studenten, Kolleginnen und Kollegen! Die <i>Autographensammlungen</i> von Meinungen von Studierenden zur Gestaltung dieser oder jener Unterrichtseinheit zum Beispiel versetzt mich im Nu zurück in der Zeit; ich sehe sie schreiben in meinem damaligen Schulzimmer, das uns einen wundervollen Ausblick bot auf die Jurakette. Das <i>MindMap </i>von 1995 zum Thema <i>Individualisieren im Französischunterricht – geht das?</i>, zu welchem ich damals einen Workshop leiten durfte in einem universitären Fachdidaktikkurs, lässt mich staunen über mich selbst: wie selbstverständlich „moderne“ Unterrichtsformen (siehe die damaligen Schlagworte wie SOL, ELF, Projektunterricht u. ä.) für mich 1995 längst schon waren. Ich finde eine Wegleitung zum <i>Portfolio-Lernen</i>, die ich 1998 (!) testweise für eine meiner Abteilungen verfasst habe – schon damals war ich überzeugt, dass Portfolios ins Evaluationsprozedere Eingang finden sollten (wie das @phwampfler heute ebenfalls verschiedentlich darlegt, zum Beispiel <a href="http://schulesocialmedia.com/2015/04/16/informelles-lernen-bewertungen-portfolios-und-prufungen/">hier</a> und <a href="http://swisscomstream.ch/selc/2015/vod/vod3.php">hier</a>). Zwischen all den Papieren finde ich fünf CD-ROM, welche je Präsentation, Lektürehilfen und Arbeitsunterlagen zu einem aktuellen Roman enthalten, das Ganze gestaltet in Form einer <i>Website</i>. Diese Websites von 2004 sollten, so die Grundaufgabe, Gymnasiast/-innen aus der Westschweiz die Lektüre damals aktueller Romane aus der Deutschschweiz erleichtern.</span></p>
<p>Ich werfe weg. Und staune einmal mehr darüber, wie belebend die Arbeit in den Häusern des Lehrens und Lernens sein kann, erst recht für die Lehrpersonen. Es braucht für letztere nicht viel dazu, nur ein bisschen Nachdenken über das, was man als seine Aufgabe erachtet, ein bisschen Mut, Neues, vielleicht sogar Unerhörtes zu wagen – und einen wohlwollenden, achtsamen Blick für jede und jeden, die da mit einem im Zimmer sitzen und lernen wollen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://www.tbyland.ch/?feed=rss2&#038;p=942</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Horror im Kinderzimmer</title>
		<link>https://www.tbyland.ch/?p=940&#038;utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=horror-im-kinderzimmer</link>
		<comments>https://www.tbyland.ch/?p=940#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 25 Apr 2015 16:12:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theo Byland</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.tbyland.ch/?p=940</guid>
		<description><![CDATA[Es gab einmal eine Zeit, in der meine Kinder klein waren. Weil sie klein waren, fotografierten meine Frau und ich sie gelegentlich und klebten die Bilder in Fotoalben, die wir dann gelegentlich betrachteten. Bei besonderen Gelegenheiten schoss ich Dias, die &#8230; <a href="https://www.tbyland.ch/?p=940">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Georgia, 'Times New Roman', serif;">Es gab einmal eine Zeit, in der meine Kinder klein waren. Weil sie klein waren, fotografierten meine Frau und ich sie gelegentlich und klebten die Bilder in Fotoalben, die wir dann gelegentlich betrachteten. Bei besonderen Gelegenheiten schoss ich Dias, die wir dann im Kreis der Familie, meist amüsiert, anschauten. Und ein paar wenige Male kam es vor, dass ich mit meinen beiden Kindern kleine Interviews aufnahm mithilfe eines Kassettenrecorders über das, was sie gerade spielten oder sich ausdachten oder sich wünschten. Diese Kassetten zu hören, bereitet uns nach wie vor grosses Vergnügen; die inzwischen längst erwachsen gewordenen jungen Menschen mit Beruf und eigener Familie freuen sich an ihren damaligen Stimmchen und an dem, was sie ihrem Papa und seinem Recorder erzählt haben. Und die Eltern freuen sich mit!</span></p>
<div>
<p><span style="font-family: Georgia, 'Times New Roman', serif;">Das ist mir durch den Sinn gegangen, als ich den </span><a href="http://www.welt.de/kultur/article139863883/Eine-Barbie-mit-WLAN-ist-das-Ende-der-Kindheit.html">Bericht</a><span style="font-family: Georgia, 'Times New Roman', serif;"> in der WELT las über den neuen Typ Barbie, nämlich die &#8220;Hello Barbie“, die ein Mikrofon im Kopf hat und deren Spielzeughersteller den Eltern jede Woche eine Audiodatei schickt von den Gesprächen, welche das Kind mit Barbie führt. Schöne neue Spielzeugwelt mit eingebauter NSA! Bald werden die Puppenaugen kleine Kameras sein, so dass die entstandenen Videodateien die Audiofiles ergänzen können. Das Verkaufsargument dürfte in etwa lauten: Kleine Kinder brauchen Sicherheit. Sicherheit kann nur durch Überwachung des Kindes hergestellt werden. Das Prinzip Babyphone lässt ja den Eltern schon seit einiger Zeit ein paar entspannte Momente der Freiheit, um sich zumindest ein paar Meter weg zu begeben von ihrem (schlafenden) Sprössling. Warum dieses Prinzip also nicht auch für das Spielen am helllichten Tag übernehmen und auch für ältere Kinder in Anspruch nehmen? Denn schliesslich lassen Erwachsene sich ja längst freiwillig überachen, schnallen sich zum Beispiel Fitnessarmbänder mit GPS um, welche Atemfrequenz, Schrittanzahl, Pulsrate und anderes mehr aufzeichnen und in einer Cloud in den USA aufbewahren.</span></p>
<p><span style="font-family: Georgia, 'Times New Roman', serif;">Offenbar gebiert das zunehmende Bedürfnis vieler Menschen nach Sicherheit paradoxerweise immer mehr Ängste, die wiederum das Bestreben nach Sicherheit intensivieren. Auf der geografischen Landkarte sind die weissen Flecken längst entdeckt und kartographiert. Der Globus hat keine Lücken von Unbekanntem mehr. Das Verhalten der Menschen jedoch lässt sich vermutlich nie mit letzter Sicherheit fest-stellen und folglich nicht kartographieren. Unberechenbarkeit, Unsicherheit, Unwägbarkeiten werden – aller (Selbst)Überwachung zum Trotz – bleiben, zumindest vorläufig, auch wenn das Datennetz sich immer enger über uns Einzelne und über unsere Gesellschaft insgesamt legt (</span><a href="http://byland-educoaching.blogspot.ch/2015/04/der-mensch-das-verteilte-wesen.html">siehe</a><span style="font-family: Georgia, 'Times New Roman', serif;"> Ch. Kucklich, Die granulare Gesellschaft).</span></p>
</div>
<div>
<p><span style="font-family: Georgia, 'Times New Roman', serif;">Die Frage lautet also: Wovor haben wir solche Angst, dass Eltern sogar die Audiofiles ihrer Sprösslinge von „Fremden“ aufzeichnen und zwei Jahre lang auf deren Servern gespeichert lassen?</span></p>
</div>
<div>
<p><span style="font-family: Georgia, 'Times New Roman', serif;">Müssten wir nicht langsam solches Tun vermessen finden, anstatt uns mehr und mehr (freiwillig) vermessen zu lassen (und uns erst noch darüber zu freuen)?</span></p>
</div>
<p><span style="font-family: Georgia, 'Times New Roman', serif;">PS: Und wieder lässt Dürrenmatt von weitem grüssen, der vor Jahren gesagt hat, die Schweiz sei ein Gefängnis, dessen Insassen gleichzeitig die Aufseher seien.</span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://www.tbyland.ch/?feed=rss2&#038;p=940</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
